Am vergangenen Samstag, den 20.9.2014 war es mal wieder soweit. Ich wurde für die 19. Austragung des sehr schönen DTM in Eibenstock gemeldet. Für dieses Jahr habe ich es mir nicht nehmen lassen, für die 100 km zu melden. Dies war erst meine 2. 100 km Meldung für ein Mountainbikerennen seit 2010. Da die Strecke aber sehr gut zu fahren ist und es wenig anspruchsvolle Streckenteile mit gefährlichen Passagen gibt, hatte ich Lust auf den Hunderter.
Von meinem Team war ich der Einzigste, der die lange Runde in Angriff nahm.
Mit wenig Training und dem kleinen Anspruch, das Rennen unter 4 h zu finishen, stand ich bei bestem Wetter um 9:30 Uhr am Start. Mit Michael wollte ich eigentlich die Runde zusammen fahren, aber bereits beim 1. Anstieg aus der Stadt heraus war er von meinem Hinterrad verschwunden. Da waren gerade mal 2 km gefahren. Also suchte ich mir andere Wegbegleiter, die möglicherweise mein Tempo mitfahren würden. Nach 3 km war ich dann in einer 4er Gruppe, wobei die beiden vorderen Fahrer kurz darauf die Flucht nach vorne antraten und ich nicht folgte. Ich dachte mir, ich bleibe noch ein wenig im normalen Puls und gebe noch nicht alles. Das war leider ein Fehler, denn der Abstand nach vorne wurde immer größer und mein Begleiter wurde langsamer, sodass ich plötzlich am Ende des ersten Anstiegs alleine unterwegs war. Bis nach Carlsfeld fuhr ich zwar die Lücke nach vorne zu 2 Bikern zu, allerdings ab Kilometer 6 am Anstieg der Straße im Ort war ich alleine. Dies sollte für mich die nächsten 66 km mein Schicksal sein. Auf die Vorderleute aufzufahren war alleine nur mit sehr großer Kraftanstrengung möglich und von hinten kam leider auch keiner heran. Am Auersberg war eine Vordergruppe zwar in Sichtkontakt, aber da kämpft man eher gegen den inneren Schweinehund als gegen den Gegner.
Die gefährliche Abfahrt vom Auersberg nahm ich locker in Angriff, da die Steine und Wiesen recht feucht waren. Bis zur 2. Auffahrt zum Auersberg passierte so gut wie nichts. Ich war halt alleine unterwegs. Auf dem Auersberg ankommen nahm ich nochmal ein Getränke und einen Riegel und ordnete mich in den Verkehr der 50 km Starter ein, die mittlerweile auch auf der Strecke waren.
Von nun an musste man etwas die Augen bei Überholungen aufmachen, denn vorallem bei der Abfahrt vom Auersberg kamen einige Biker vom Stoneman Miriquidi in entgegengesetzter Richtung den Berg hoch. Da macht es sich schlecht, wenn man nebeneinander den Berg runter rollt und plötzlich kommen Leute entgegen.
Am Abzweig der 100 km um die Talsperre Eibenstock sah ich nun definitiv keinen der 100 km vor mir geschweige denn hinter mir. Da waren rund 70 km absolviert. Ab diesem Moment merkte man seine Beine so langsam und den Gegenwind um so mehr. Trotzdem dachte ich mir, eine Zielankunft um Platz 20 müsste drin sein, auch lag ich zeitlich noch auf Kurs, obwohl ich diesen Streckenteil nicht kannte.
Abseits der Straße kam plötzlich eine 5er Gruppe auf mich aufgefahren. War ich so langsam oder habe ich mich verfahren ??? An den Anstiegen im Wald klemmte ich mich in die Gruppe rein, wobei ein Crossradfahrer die Flucht nach vorne suchte. So radelten wir zu 4. für ca. 15 km weiter, mit stetigem Führungswechsel. Auch ich machte mal im Wind die Pace, obwohl ich eigentlich dafür keine Kraft mehr hatte. Da mir die Streckenführung auch nicht bekannt war, wusste ich nicht, dass da noch so einige Anstiege rund um die Talsperre Eibenstock zu erwarten waren. Am Anstieg nach dem Ort Hundshübel mussten ich und ein weiterer Biker dann reißen lassen.
Wir kurbelten die nächsten km zusammen bis zum Talsperrenweg, dann nahm ich aber nochmal die Beine in die Hand und trat den Sprung nach vorne an. Mein Begleiter wollte oder konnte nicht mit und so fuhr ich alleine dem Ziel entgegen. Der letzte Anstieg von der Straße durch den Wald zur Wiese war fast nur noch im Schneckentempo möglich.
Mein Tacho zeigte noch knapp 5 Minuten bis zu magischen 4 h Marke an, also gab ich nochmal Alles und rollte in einer Zeit von 3:57:38 h über den Zielstrich. Mein persönliches Ziel mit 4 h wurde erreicht. Im Ziel kamen dann sogleich mein Teamchef und Teamkollegen sowie Freunde herbei und wir fachsimpelten über das Geleistete.
Glückwunsch an Teamkollege Jens Küllig, der endlich mal ohne Defekt Platz 3 auf der 50 km Runde erkämpfte.
Vielen Dank an den Veranstalter für die super Organisation sowie Kathrin für die Bilder ;)
P.S. Ein kleiner Nachgeschmack bleibt aber: 4,20 € für eine kleine Nudelportion für die Aktiven ist mehr als Vermessen. Bitte im nächsten Jahr wieder einen Gutschein in den Starterbeutel legen, der heuer sehr mager gefüllt war.