Sonntag, 10. November 2013

Derzeitiger Stand der Dinge

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, der Schnee lässt aber noch auf sich warten. Dies ist auch gut so, denn Langlauf kann ich zur Zeit sowieso nicht machen. Mein schwerer Sturz bei der Vier-Hübel-Tour am 25.8. ist nun fast 2,5 Monate her, die Heilung geht so langsam voran. Der Ellenbogen ist mit Metall versehen, welches erst nächste Saison raus kommt, wobei mich die nicht ganz mögliche Streckung von 100% nur wenig stört. Es ist eher der optische Makel, dass der Arm nicht gerade zu strecken geht. Aber da bin ich guter Dinge, dass es fast wieder zu 100% möglich ist.
Die Schulter, speziell das Schultereckgelenk, wird demnächst operiert. Die konventionelle Therapie hat nicht angeschlagen bzw. es stellte sich nach weiteren Untersuchungen heraus, dass ich mir doch mehr kaputt gemacht habe als am Anfang diagnostiziert. Ich habe mir ein sogenanntes ACG-Rockwood IV ( Schultereckgelenksprengung ) zugezogen, sprich, das Schlüsselbein ist ganz außen gebrochen und alle Bänder zur Steifigkeit sind gerissen. Da hilft nur noch eine Operation. Diese ist bereits mehrfach verschoben worden. Am 13.11. sollte nun in Leipzig der Eingriff erfolgen, am 9.11. bekam ich aber Post vom durchführenden Arzt mit dem Hinweis einer Verschiebung der Operation auf den 27.11.
Ich lasse bei mir die "Tight Rope" Methode durchführen. Das ist ein arthroskopischer Eingriff in Verbindung mit Einnähen einer Sehne aus dem Oberschenkel.
Nach der OP werde ich für 6 Wochen eine Trageschlaufe zum Ruhighalten der Schulter tragen, erst danach sollte wieder alles wie beim alten sein und die neue Saison kann kommen.
Aber wir werden sehen...

Dem Bike geht es eigentlich ganz gut, es steht zur Zeit bei der "Radfabrik" herum und wartet auf neue Teile, die beim Sturz leider kaputt gegangen waren. Ob es den Rahmen erwischt hat, kann mir noch keiner sagen, aber dies alles ist erstmal nebensächlich.

Dies sollte für dieses Jahr mein letzter Blogeintrag sein.

Allen einen guten Saisonausklang, man sieht sich hoffentlich im nächsten Jahr auf der Piste wieder. Falls nicht auf dem MTB, dann als Fotograf.

Sonntag, 15. September 2013

17. Vier-Hübel-Tour 2013 in Oberwiesenthal

Ort: 09484 Oberwiesenthal
Datum: 25.08.2013
Strecke: Rundkurs über 84 km

Alles sollte so gut werden: das Training passte, die Temperaturen waren anfangs noch verträglich und das Starterfeld mit Topstartern gut gefüllt. Aber alles kam anders...

Am 25.8.2013 stand mal wieder "meine" geliebte Vier-Hübel-Tour zur 17. Auflage an. Die Woche vor der Tour hatte ich Urlaub und verbrachte diesen im Allgäu, genauer gesagt in Bad Oberstdorf, um dort noch ein wenig an meiner guten Nachsommerform zu basteln. Somit sollte einem guten "Rennen" eigentlich nichts im Wege stehen und ich war deutlicher besser als in den vergangenen Jahren auf dieses Event vorbereitet. Somit klingelte wie immer recht früh am Morgen der Wecker. Nach dem Aufstehen kurz das Wetter geprüft, gefrühstückt und mit dem vorgeladenen PKW zum Teamkollegen gefahren. Der Vorteil von meinem PKW-Kombi ist die große Ladefläche, wo man 2 große 29er MTBs mit Umklappen der Rückbank problemlos verstauen kann.
In Oberwiesenthal am Parkplatz nach endlosen und neuerlichen Umleitungen nach ca. 1:10 h Fahrtzeit angekommen. Es sollte sich nebenbei herausstellen, dass wir mit dem PKW länger unterwegs waren als ich bei der anschließenden Tour, leider !
Es war recht kühl am Berg, somit wurden die Startunterlagen zügig geholt und ich verschwand schnell wieder im PKW, um die restliche Zeit bis zum Start in der Wärme zu verbringen. Nach und nach trafen alle bekannten Gesichter ein, man begrüßte sich und quatschte etwas wie üblich. Zu meiner Freude stellte sich dann heraus, dass ich dieses Jahr sogar einen sehr guten Biker zu Seite gestellt bekam, der vorne mitfahren konnte und die Vier-Hübel-Tour bereits 2005 gewinnen konnte. Jens Küllig mit der Startnummer 522 sprang für meinen "Teamchef" ein, der kurzfristig krankheitsbedingt ausgefallen war. Somit sollte einem starken Rennen eigentlich nichts im Wege stehen, da ein paar meiner Teamkollegen und ich wie üblich die Strecke 1 Woche vor der Tour immer nochmal abgefahren waren und man sich besonders kritische Streckenteile und Wege gut einprägen konnte. Leider ist mir da aber ein kleines Missgeschick passiert und ich verfuhr mich, so dass ca. 100 m in einer Waldabfahrt nach dem Bärenstein in meinem Streckenplan fehlten. Dieser fehlende Streckenteil sollte sich dann fatal für mich zur Tour auswirken.

Als wir nun endlich umgezogen waren, ging es rasch zum Marktplatz nach Oberwiesenthal, wo traditionell der Start der Tor erfolgte. Da sich aber bereits 9:30 Uhr soviele Biker an den Start gestellt hatten, beschlossen Jens und ich noch ein paar Runden durch Oberwiesenthal zum Warmfahren zu drehen und uns kurz vor Knapp in die erste Reihe zu stellen. Dies gelang uns auch ca. 5 Minuten vor dem Start ohne großes Murren der anderen Spitzenfahrer, die bereits am Start standen.

Vor dem Start

Als dann 10 Uhr der Start freigegeben wurde, ging die Hatz los. Das Tempo war relativ locker, aber bereits nach dem ersten Pflasteranstieg auf der alten Vierenstr. hatte sich eine 20 Mann große Spitzengruppe gebildet, die bis zum Anstieg des Bärensteins bestand haben sollte. Mit dabei waren die üblichen Verdächtigen wie die Brüder Stark, der Aßmann Guido, die Stein-Biker Strehle und Ortmann, mein Teamkollege Jens, ich und andere starke Mountainbiker. Am Anstieg zum Bärenstein hinaus wurde vorne von den Brüdern Stark das Tempo forciert und eine lange auseinandergezogene Schlange fuhr den Asphaltweg hinauf. Vorne setzten sich ca. 5 Mann leicht ab, ich folgte eingeklemmt an Position 12 und verpasste etwas den Anschluss, holte mir oben aber meinen ersten Punkt ab und düste die Straße hinunter. Beim folgenden Wiesenweg schloss ich dann zu ein paar Vorderleuten auf und sah weiter vorne meinen Teamkollegen Jens. Ihn wollte ich nicht aus den Augen lassen, denn wir hatten gemeinsam noch viel vor. Also nochmal aufs Pedal getreten und mich an Position 7 oder 8 in die gefährliche Waldabfahrt hinunter zum Klappermühlenweg gestürzt. Vor mir fuhr Lars Heinecke von Biker & Boarder, hinter mir Michael Heß vom Race Team Schwarz. Das Tempo war hoch. Als ich dann an die Stelle der Strecke kam, die ich leider im Training ausgelassen hatte, ahnte ich noch nichts Böses. Bereits bei der ersten Querrinne wurde ich leicht mit dem Hinterrad bei meinem 29er Bike ausgehoben, was mich kurz erschreckte. Aber wie es so ist, wenn man ambitioniert ist, erholt man sich von dem Schrecken recht schnell und mit Tunnelblick gehts weiter bergab. Leider erwischte es mich dann genau an der letzten Querrinne ca. 25 m von der Straße entfernt. Ich wurde mit dem Hinterrad ausgehoben und flog in großem Bogen mit dem Rad auf den Waldweg, der noch dazu geschottert war. Nachdem ich wieder leicht zu Sinnen kam, merkte ich schon, dass mit meinem Körper was nicht stimmte. Das Aufstehen gelang mir nicht selbst und meine komplette rechte Seite schmerzte deutlich. Zum Glück standen ein paar Helfer in der Nähe, die gleich erste Hilfe leisteten. Man zog mich schnell von der Piste, da ich noch mitten in der Fahrspur lag. Genau in diesem Moment stürzte ein Fahrer über mein Bike und flog kopfüber in den Wald. Gottseidank passierte ihm außer einer leichten Gehirnerschütterung nichts weiter. Als ich dann neben der Strecke lag, die Bergwacht eintraf und man mich untersuchte, stellte sich dann so langsam bei mir klar, dass da an meinem Körper mehr kaputt war als nur eine Prellung vom Arm oder Schürfwunden an den Beinen.
Die Bergwacht rief umgehend den Krankenwagen, da sie nichts weiter für mich tun konnten. Die Schmerzen wurden von Zeit zu Zeit auch immer stärker, da das Adrenalin langsam nachließ.

Nach einer gefühlten Ewigkeit kam dann der Krankenwagen und es ging ab nach Annaberg-Buchholz ins Ergebirgsklinikum. Noch am selben Nachmittag wurde ich dann operiert und verbrachte die nächsten 10 Tage zusammen mit weiteren 3 Sturzopfern im Krankenhaus. Diagnose nach dem Sturz: offener Trümmerbruch des rechten Ellenbogens sowie rechter Schlüsselbeinbruch und schwere Prellung der linken Hand.

Im Krankenhaus freundete ich mich dann schnell mit meinen Mitopfern Jens Koch, Mario Tepper und Mike Schubert an. Wir hielten uns die Zeit mit Mountainbikeerlebnissen und Rennberichten recht kurz.

Meine Saison ist damit zu Ende und ich hoffe, dass ich ich nächstes Jahr wieder einsatzbereit bin. Mit der "Vier-Hübel-Tour" habe ich da noch eine Rechnung offen.
Meine Teamkollegen und Freunde sind alle ohne Stürze und recht erfolgreich ins Ziel gekommen, Jens Küllig wurde trotz längerem Defekt am Bike noch starker 9.

Ich bedanke mich nochmal bei allen Ersthelfern, der Bergwacht, dem Krankenhaus Annaberg, dem Organisationsteam und natürlich meinen Teamkollegen und Freunden, die meine Ausrüstung sicher nach Hause gebracht hatten und mich sogleich am Nachmittag noch im Krankenhaus besuchten. Vielen Dank dafür !!!

Man sieht mich spätestens zur 18. Ausgabe der Tour wieder am Start, bis dahin allen Bikern eine sturzfreie Fahrt und immer Kette rechts !!! Ab und zu werde ich nun bei den noch anstehenden Rennen als Zuschauer mal eine andere Sicht auf die Ereignisse nehmen.

Zielbereich

Montag, 22. Juli 2013

10. Kamm-Bike-Cross 2013 in Johanngeorgenstadt

Ort: 08349 Johanngeorgenstadt
Datum: 21.07.2013
Strecke: Mitteldistanz über 2 Runden zu je 23 km / Gesamt 46 km 

Das nächste "Warm-Up" für die Vier Hübel Tour im August stand diesmal in Johanngeorgenstadt auf meiner Starterliste. Nachdem ich im letzten Jahr zum ersten Mal beim Bike-Kamm-Cross teilgenommen hatte und mir die Strecke mit dem 26" MTB viel Spass gemacht hatte, wollte ich dieses Jahr einen drauf setzen und mich in der Ergebnisliste klar positionieren. Ich wurde vom Sponsor für 2 Runden gemeldet und nachdem ich am Freitag vor dem Rennen noch mit neuer Teamkleidung ( großer Dank an Frank F. ! ) ausgestattet wurde, hatte ich was in meiner Schuld.
Das Wetter war bei strahlendem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel eigentlich ideal für ein MTB-Rennen, leider meinte es aber die Sonne zu gut mit uns. Temperaturen um die 30°C und trockene Luft machten es den Fahrern nicht leicht.
Rechtzeitig auf dem Parkplatz angekommen ( ca. 10 Fahrzeuge waren erst eingetroffen ), zur Anmeldung geschlendert und wieder zum Truppentransporter zurück, war der Parkplatz innerhalb von 20 Minuten doch mittlerweile gut gefüllt.
Die üblichen Verdächtigen, sei es Teamkollegen, Freunde oder bekannte Gesichter aus den Top5 der Ergebnislisten waren überall.
Das Warmfahren konnte man sich diesmal sparen, trotzdem habe ich auf der Rollerstrecke 2 langsame Runden gedreht.
Der Start des Rennens erfolgte diesmal an anderer Stelle auf der Straße, was für etwas Verwunderung unter uns Bikern führte. Nichtsdestotrotz erfolgte der Start pünktlich 10 Uhr ohne Startschuss / Kommando und die Meute gaste los. Ich hatte mich an 50. Position eingereiht und rollte in der Nähe von mir bekannten Startern mit. Am ersten Anstieg ab Schotterpiste bis in den Wald und weiter verschwand man im Nebel; es war der Staub der Horde, der mächtig auf die Lunge schlug. Windschattenfahren war zwar möglich, aber man konnte nicht wirklich was vorraus erkennen. Dies legte sich erst Mitte der 1. Runde, als das Feld in seine üblichen Leistungsgruppen zerfallen war.
Da ich mir diesmal insgeheim die Top10 als mein Ziel auserkoren hatte, musste ich das Anfangstempo mit der erweiterten Spitze mitgehen, um nicht im mittleren Teil des Feldes unterzugehen. Am ersten Anstieg in den Wald konnte man ordentlich Plätze gutmachen. Ich fand recht schnell mein Tempo und als bald fand sich eine Gruppe von 8 Bikern, die die erste Runde zusammen fuhr. Darunter waren einige der Lang- und Kurzstreckler. Auf der ersten Runde passierte trotz einiger Attacken einzelner Leute so gut wie nichts, man saugte viel Staub auf, konnte Windschatten fahren und mühte sich mal an der Spitze der Gruppe.

Startphase beim Waldanstieg mit Lars Heinecke von Biker & Boarder

Kurz vor der Auffahrt zur Schanze hatte ich mich leider mit der Strecke verpeilt, da ich annahm, die Gerade leicht ansteigend verläuft länger. Ich fuhr am Ende der 8er Gruppe, bediente mich meiner Trinkflasche und wollte gerade zum Schluck ansetzen, als es kurz "quietsch" machte und ich kurz vom Bike musste. Da hatte ich doch tatsächlich verpeilt, das die 90 Grad Kurve zur Schanze in den Wald schon anstand, sodass ich meinem Vordermann ins Bike fuhr. Sorry dafür. Dummerweise musste ich die Flasche erstmal wegpacken und ein großer Gang war noch aufgelegt. Somit war mein Gruppe leider etwas weg und ich musste alleine den Anstieg hoch. Das Loch von ca. 20 m konnte oder wollte ich nicht zufahren ( was stimmt nun ? ), da ich annahm, nach der Schanze rolle ich zu den anderen wieder hin. War wohl nichts und so fuhr ich die erste Runde recht einsam zu Ende. Bei Rundendurchfahrt schnell ein Becher Iso angenommen und wieder raus auf die staubige Piste. Der Abstand nach vorne wuchs kontinuierlich an und ich hatte mich schon auf eine alleinige und langweilige 2. Runde eingestellt, als von hinten im Waldstück Paul Lichan von FAST-Zweirad-Team auffuhr und ich mich sofort an ihn ranheftete.
Das Tempo war nicht sehr hoch, sodass ich keine Anschlussprobleme hatte. Auf den Geraden fuhr ich dann meist vor und machte Tempo. Beim Gegenstück auf der Wiese zu Start/Ziel fragte ich dann, ob wir die 2. Runde zusammen in Co-Produktion verbringen wollen, um enventuell nach vorne noch was zu machen. Nach kurzem Plausch war das auch geklärt und wir fuhren unser Tempo weiter. Berghoch schleppte mich Paul, auf den Geraden und Flachstücken drückte ich mit dem 29er aufs Gas. Leider war dies mit einer Zwergenübersetzung von 38 Zähnen vorne nicht ganz so einfach, aber wir harmonierten gut zusammen.


Gegen Ende der 2. Runde beim Wiesenanstieg zu Start/Ziel sollte die Entscheidung fallen, wer von uns beiden den besseren Platz auf der Ergebnisliste bekommen sollte. Ich wollte es nicht auf einen Zielsprint ankommen lassen, da ich meinen Begleiter nicht wirklich einschätzen konnte. Meine Beine waren noch richtig gut ( trotz einsetzender Schmerzen im rechten Knie ab der  2. Runde -> war schon mein Ausfallgrund beim Heavy24 ) und somit schaltete ich auf 38/14 leicht oberhalb der Straßenquerung und lies die Steine knallen. Es tat sich eine Lücke auf, mein Begleiter konnte oder wollte nicht gegenhalten und somit war mein Platz im Ziel bestellt.
Laut dem Blog vom FAST-Zweiradhaus-Team litt Paul unter einem schleichenden Plattfuß. Aber egal, Wettkampf ist Wettkampf.
Leider waren die inoffiziellen Ergebnislisten lange Zeit nicht verfügbar und es war schwierig, die Ergebnisse einzusehen. Somit erstmal zur Stärkung mit einem leckeren Steak versorgt und die Schallmeienkapelle genossen.
Nachdem alle meine Teamkollegen eingetroffen waren, machten wir uns langsam auf den Heimweg.

Fazit der Rundenhatz bei bestem Wetter: gestecktes Ziel mit Platz 11 in 1:52:49,6 h knapp verpasst, da tröstet der 4. Platz in der Altersklassenwertung nur ein wenig. Trotzdem hatte es Spass gemacht.


Nun folgt wieder ein wenig Sommerpause, im August zur Hübeltour sieht man mich wieder in Action. Bis dahin gute Beine in den Trainings und geniest das Wetter.



Montag, 8. Juli 2013

7. Heavy24 24h MTB-Rennen 2013 in Chemnitz-Rabenstein

Ort: 09117 Chemnitz ( Sachsen ), am Stausee Oberrabenstein
Datum: 22./23.06.2013
Strecke: 24 h Rennen; 9,1 km Rundenlänge 

Wieder war 1 Jahr herum, wieder hieß es auf die Schnelle alle möglichen MTB-Sachen einzupacken inkl. Zelt und Zubehör und wieder stand mein Einzelstart beim besten 24h Mountainbikerennen vor der Tür.

Am Freitag nach der Arbeit den Großteil des Material in den Kombi verladen und zum Stausee gedüst. Die Stimmung war locker, bekannte Gesichter auch gleich zur Stelle und los gings mit dem Zeltaufbau.
Nach dem Aufbau noch ein wenig die Stimmung genossen, die Startunterlagen geholt und dann ab nach Hause, um bei Zeiten ins Bett zu gehen. Man hat ja schließlich am nächsten Tag nichts anderes zu tun als 24 h mit dem Mountainbike über den Rundkurs zu heizen.

Meine Nacht schlief ich ruhig, dieses Jahr war die Anspannung weniger anzumerken als die vorangegangenen Jahre. Es war immerhin schon mein 3. Einzelstart. Das Ziel lautete diesmal: einach nur durchhalten. War leichter gesagt als getan.

Für die Betreuung war dieses Jahr wieder mein Bruder zuständig, die Verpflegung übernahm die Radfabrik Chemnitz ( vielen Dank nochmal dafür an René / Thomas und das weitere Personal ).

Zum Start gegen 12 Uhr musste ich mich erstmal zusammen mit Mario von hinten durch das Starterfeld kämpfen. Nicht auf dem Rad, sondern zu Fuß, da die Einzelstarter und Zweierteam ganz vorne am Start standen und wir von hinten durch Feld uns einen Weg bahnen mussten. Um 12 Uhr erfolgte der scharfe Start. Ich ließ die erste Runde recht locker angehen, ein Schwätzchen hier, ein Schwätzchen da mit ein paar bekannten Freunden und Fahrerkollegen war die Folge. Ab Runde 2 dann versuchte ich mein Tempo zu finden und fuhr konstante 21:xx Zeiten ein paar Runden lang. Nach jeder 2. Runde wurde die Flasche getauscht und sogar jede Runde Verpflegung in Form von Birne, Melone, Weintrauben usw. aufgenommen. Dies half recht gut.
Nach einem Viertel der Renndistanz lag ich sehr aussichtsreich im Ranking, auch waren keine Verschleißerscheinungen oder Krämpfe bzw. Defekte am Rad erkennbar.
Somit verging der Nachmittag recht zügig und der Abend sollte folgen. Meine Rundenzeiten waren noch recht flott und bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine größeren Pausen gemacht. Ab ungefähr 21 Uhr begannen dann aber langsam im rechten Knie Schmerzen aufzusteigen, die von Runden zu Runde stärker wurden und mich immer wieder bei meinem Servicepunkt anhalten ließen. Ich vermute, dass die Schmerzen von Überbelastung aus meinen schnelleren Rundenzeiten stammen. Später versuchte ich dann noch mit einer Schmerztablette was zu retten, aber diese zeigte überhaupt keine Wirkung, ganz im Gegenteil, die Schmerzen wurden schlimmer und schlimmer. Mein Rundenzeit wurde auch immer langsamer, bedingt durch einseitiges Kurbeln nur noch mit der linken Seite, mit dem rechten Knie war überhaupt nichts mehr anzustellen. Auf den Geraden konnte man noch einigermaßen einseitig kurbeln, aber in den Uphills und holprigen Streckenteilen war der Totalausfall  der rechten Seite ein unüberwindbares Hindernis. Somit entschloss ich mich dann gehen 23:15 Uhr endgültig vom Rad zu steigen und mein Nachtquartier aufzusuchen in der Hoffnung, dass nach ein paar Stunden Schlaf und Ruhe die Schmerzen weg waren und ich weitere Runden drehen konnte. Ein Kräfteverschleiß bzw. Krämpfe waren bis dahin nicht zu erkennen, weitere Runden wären gefolgt. Hätte, wenn und aber, es kam anders....
Damit war bis zu dieser Stelle meine Zielstellung des Durchhaltens gescheitert. Die mittlerweile sehr gute Platzierung auf Platz 8 mit 28 Runden und noch nicht mal Rennhalbzeit wurde Minute um Minute verpulvert und ich wurde durchgereicht von den anderen Helden der Rennstrecke, die ohne erkennbare Verschleiße ihre Runden drehten.

Am frühen Morgen stand ich dann wieder auf, begutachtete mein geschundenes Knie, befand es in Ordnung und startete wieder durch. Leider ereilte mich das Schicksal mit den gleichen Qualen, diesmal kamen aber noch Schmerzen im rechten Knöchel hinzu. Von Runden zu Runden wurde es unerträglicher und an Kurbeln war nicht mehr zu denken. Da es als Hobbyfahrer keinen Sinn mehr machte, seinen Körper wegen einer Platzierung im Mittelfeld zu schinden und leiden zu lassen, stieg ich rund 1,5 Stunden vor Rennende endgültig vom Mountainbike und schaute mir das Rennen an der Strecke auf einem Stuhl sitzend an.

Am Ende hätte ich die letzte Runde nochmal aufs Rad steigen sollen, denn der euphorische Schlussempfang war einfach Spitze. Aber das hatte ich nicht verdient und somit blieb es bei Platz 35 mit 35 Runden. Dies gibt wieder Mut und Ehrgeiz fürs nächste Jahr, wenn es wieder heißt: "Heavy24 - Go !"

Wenn ich so in die Ergebnisliste schaue, dann habe ich ein Schmunzeln im Gesicht. Alle meine Freunde / Teamkollegen und Einzelstarter waren vor mir gelandet und haben ihre eigenen Erfolge gefeiert. Glückwunsch auch an euch ;)

Die Siegerehrung verfolgte ich vor der Bühne, traf den einen oder anderen Kollegen und Widersacher und machte mich danach in aller Ruhe auf den Heimweg.
Die Knie- und Knöchelschmerzen hielten die nächsten 3 Tage noch an, aber mit viel Salbe und Omas Heilmitteln gingen auch diese vorrüber.
Übrigens konnte ich noch relativ gut auf dem MTB sitzen, die nächsten Tage danach lies ich das Rad stehen und erholte mich. Trotzdem merkte man nach 1 Woche und später noch die Gesäßknochen bei Trainingsrunden. Mittlerweile ist auch das wieder ok.

Jetzt habe ich erstmal genug vom 24h Rennen, das nächste Rennen ist der Kamm-Bike-Cross in Johanngeorgenstadt. Ich werde mir die Mitteldistanz vornehmen und hoffentlich dort erfolgreicher abschneiden als zuletzt.


Dienstag, 14. Mai 2013

8. Halden-Bike-Marathon 2013 in Löbichau

Ort: 04626 Löbichau ( Thüringen )
Datum: 05.05.2013
Strecke: Mitteldistanz über 2 Runden; 54 km laut Veranstalter / 49 km laut Aufzeichnung

Nach langem Hin und Her hatte ich mich entschlossen, nach wenig Trainingsleistungen in den zurückliegenden Wochen und anderen Vorkommnissen meinen Einstand bei den MTB-Rennen in meiner Region zu feiern, wobei das Wort "feiern" eher ironisch gemeint war.
Befreundete MTBler machten mir Löbichau schmackhaft, weil dort wenig Berglandschaft und viel "Waldautobahnen" zu meistern waren, was für mein erstes Rennen gar nicht mal so verkehrt war. Ein kleiner Nachteil war aber, dass ich überhaupt keine Streckenkenntniss hatte, da ich dort noch nie gefahren war.
Als Standortbestimmung hatte ich mir 2 h Fahrtzeit eingeplant, was draus geworden war lest ihr hier weiter.

Der Wettergott meinte es an diesem Tag sehr gut mit uns, die Sonne strahlte bei um die 20 °C. So muss das für einen Einstand sein.
An der Anmeldung sogleich die ersten bekannten Gesichter getroffen, ein wenig Smalltalk gehalten und dann leicht eingerollert. Dummerweise hatte ich meine eigentliche Rennhose vergessen, diese lag zuhause vor der Nähmaschine. Ich hatte aber komischweise eine 2. Hose eingepackt, zwar anderes Farbmuster, aber egal. Zum ersten Mal bei einem Rennen konnte ich auf einen "Flaschendienst" zurückgreifen ( vielen Dank an Herrn Zinn ). Sollte man halt tun, wenn man nur noch mit 1 anstatt 2 Flaschenhaltern unterwegs ist. Als sich Mario Zinn und meine Wenigkeit beim Zeremonienmeister ( Streckensprecher ) wegen der Strecke nochmal erkundigen wollten, wurden wir nicht wirklich schlau aus dessen Beschreibungen und somit legten wir uns die Stelle der Flaschenübergabe an der Rundendurchfahrt fest.  

Am Start gegen 12:20 Uhr standen ein paar bekannte Heizer aus der sächsischen Region. Ich stellte mich sogleich in die erste Startreihe, um mal zu schnuppern wie es sich anfühlt, hinter dem Pacecar die ersten Kilometer zu bestreiten. Das gelang auf der Einführungsrunde und dem ersten Teil der Runde ganz gut. An Position 10 in der Spitzengruppe ging es über die erste Wiesenauffahrt in den Wald. Da ich schnell merkte, dass das Tempo recht hoch war, lies ich abreissen und der Zug nach vorne verschwand Meter um Meter am Horizont. Leider schloss von hinten für den Moment kein weiterer Fahrer auf, sodass ich ein paar km alleine an Position 10 über die langen Straßen- und Waldwege gaste. Nach einer Weile fand sich dann doch von hinten eine Gruppe von 4-5 Mann, die ein gutes Tempo an den Tag legte. Wir wechselten uns an der Spitze ab, nur gibt es da immer wieder Mountainbiker, denen "Führungsarbeit" ein Fremdwort ist. Auf der Zufahrt zur Halde wurde die Gruppe leider gesprengt und auf 2 Fahrer reduziert. Mit ein wenig Small Talk mit meinem Gesinnungsgenossen stimmte ich mich auf den Anstieg zur Halde ein. Als es dann ernst wurde, fuhr mein Begleiter sein Tempo weiter und ich reduzierte die Gruppe nochmal auf mich selbst. Mir war aber schnell klar, dass mein Mindertraining im Frühjahr sich ordentlich bemerkbar machte. Nach hinten war weit und breit niemand mehr zu sehen. Somit fuhr ich mein Rennen von diesem Zeitpunkt an fast nur noch alleine. Die Flaschenübergabe zur Rundendurchfahrt klappte bestens, der Zug nach vorne war abgefahren, aber von hinten näherten sich nochmal 2 Fahrer, die mich Mitte der 2. Runde ein- und sogleich auch überholte. An ein Mitrollen war leider nicht zu denken, auch die Haldenauffahrt war bereits spürbar in der Nähe.
Somit beschränkte ich mich auf gleichmäßiges Rollen auf den Flachstücken ( mit 38/24er Standardübersetzung beim 29er nicht wirklich der Bringer ) und annehmbares Tempo in den Anstiegen. Nach 1:54 h rollte ich als Gesamtplatz 14 ins Ziel ( 2 Biker mit Defekt machten diese Platzierung möglich ).

Pulsschnitt 182 Schläge, ein leichter Sonnenbrand an den Armen und Oberschenkeln, keine Defekte sowie eine nicht ganz so gelungene Siegerehrung rundeten dieses MTB-Rennen ab. Spass gemacht hatte es trotzdem, die Platzierung gibt Auftrieb für die kommenden Rennen. Ich danke nochmal Fam. Zinn für den Support, Mario für den Technikplausch und gratuliere meinen bekannten MTBlern zu vorderen Platzierungen.

Markersbach fällt dieses Jahr leider flach, mein nächster Galopp erfolgt beim Heavy24 in Rabenstein, bei dem ich zum 3. Mal als Einzelstarter meine Runden drehen werde.

Bis dahin, trainiert fleißig und immer Kette rechts ^^

Saison 2013 kann kommen ...

Ab dieser Saison werde ich mich auch mal an diese ganze Bloggerei heranwagen. Man liest ja von vielen anderen bekannten Mountainbikern aus der Region deren Rennzusammenfassungen, warum sollte ich da nicht auch mal mitmachen ?

Gesagt, getan. Konto eingerichtet und nun soll es auch schon losgehen.

Zum Start der neuen Saison habe ich mir nach 3 Jahren Centurion-Aluminium-26er-MTB was Neues geleistet, um in weitere vordere Platzierungsbereiche bei den MTB-Rennen vorzudringen.
Ein Haibike Greed RC 29 ist es nach reiflicher Überlegung geworden. Der Umstieg von Aluminium-26er auf ein Carbon-29er war nicht all zu schwer, nur der Geldbeutel musste bluten. Aber was tut man nicht alles, um unter 10 kg Bikegewicht zu kommen.

Was mir aber zu schaffen machte, war das Wetter, welches es nicht gut mit uns Sportlern meinte. Begann ich meine Trainings die letzten Jahre teilweise im Februar auf der Straße, war dieses Jahr bisher noch nicht wirklich dran zu denken. Dazu kam dann, als es einigermaßen besseres Wetter war, eine Fußverletzung vom Hallenfußball, die mich ein paar Wochen außer Gefecht setzte. Somit startete ich eigentlich erst Mitte April richtig ins Training und demzufolge fehlen mir die km vor den ersten Rennen.

Mehr zu den einzelnen Rennen in meinen kommenden Berichten.

Mein Saisonkalender für diese Saison umfasst bisher 10 Rennen. Im Sommer wird wieder ein größeres Loch sein, da ich den EBM in Seiffen auslassen werden. Die ganze Sache mit dem Massenstart hat irgendwie doch keinen Reiz und die Strecke ist ein Materialvernichter, da verbleibe ich lieber in der heiligen Heimat und trainiere ein wenig. Dafür ist das Heavy24 am Stausee als Einzelstarter wieder im Programm.
Einem Team habe ich mich nicht angeschlossen, ich liebe eher die "Freiheit" ^^