Montag, 22. Juli 2013

10. Kamm-Bike-Cross 2013 in Johanngeorgenstadt

Ort: 08349 Johanngeorgenstadt
Datum: 21.07.2013
Strecke: Mitteldistanz über 2 Runden zu je 23 km / Gesamt 46 km 

Das nächste "Warm-Up" für die Vier Hübel Tour im August stand diesmal in Johanngeorgenstadt auf meiner Starterliste. Nachdem ich im letzten Jahr zum ersten Mal beim Bike-Kamm-Cross teilgenommen hatte und mir die Strecke mit dem 26" MTB viel Spass gemacht hatte, wollte ich dieses Jahr einen drauf setzen und mich in der Ergebnisliste klar positionieren. Ich wurde vom Sponsor für 2 Runden gemeldet und nachdem ich am Freitag vor dem Rennen noch mit neuer Teamkleidung ( großer Dank an Frank F. ! ) ausgestattet wurde, hatte ich was in meiner Schuld.
Das Wetter war bei strahlendem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel eigentlich ideal für ein MTB-Rennen, leider meinte es aber die Sonne zu gut mit uns. Temperaturen um die 30°C und trockene Luft machten es den Fahrern nicht leicht.
Rechtzeitig auf dem Parkplatz angekommen ( ca. 10 Fahrzeuge waren erst eingetroffen ), zur Anmeldung geschlendert und wieder zum Truppentransporter zurück, war der Parkplatz innerhalb von 20 Minuten doch mittlerweile gut gefüllt.
Die üblichen Verdächtigen, sei es Teamkollegen, Freunde oder bekannte Gesichter aus den Top5 der Ergebnislisten waren überall.
Das Warmfahren konnte man sich diesmal sparen, trotzdem habe ich auf der Rollerstrecke 2 langsame Runden gedreht.
Der Start des Rennens erfolgte diesmal an anderer Stelle auf der Straße, was für etwas Verwunderung unter uns Bikern führte. Nichtsdestotrotz erfolgte der Start pünktlich 10 Uhr ohne Startschuss / Kommando und die Meute gaste los. Ich hatte mich an 50. Position eingereiht und rollte in der Nähe von mir bekannten Startern mit. Am ersten Anstieg ab Schotterpiste bis in den Wald und weiter verschwand man im Nebel; es war der Staub der Horde, der mächtig auf die Lunge schlug. Windschattenfahren war zwar möglich, aber man konnte nicht wirklich was vorraus erkennen. Dies legte sich erst Mitte der 1. Runde, als das Feld in seine üblichen Leistungsgruppen zerfallen war.
Da ich mir diesmal insgeheim die Top10 als mein Ziel auserkoren hatte, musste ich das Anfangstempo mit der erweiterten Spitze mitgehen, um nicht im mittleren Teil des Feldes unterzugehen. Am ersten Anstieg in den Wald konnte man ordentlich Plätze gutmachen. Ich fand recht schnell mein Tempo und als bald fand sich eine Gruppe von 8 Bikern, die die erste Runde zusammen fuhr. Darunter waren einige der Lang- und Kurzstreckler. Auf der ersten Runde passierte trotz einiger Attacken einzelner Leute so gut wie nichts, man saugte viel Staub auf, konnte Windschatten fahren und mühte sich mal an der Spitze der Gruppe.

Startphase beim Waldanstieg mit Lars Heinecke von Biker & Boarder

Kurz vor der Auffahrt zur Schanze hatte ich mich leider mit der Strecke verpeilt, da ich annahm, die Gerade leicht ansteigend verläuft länger. Ich fuhr am Ende der 8er Gruppe, bediente mich meiner Trinkflasche und wollte gerade zum Schluck ansetzen, als es kurz "quietsch" machte und ich kurz vom Bike musste. Da hatte ich doch tatsächlich verpeilt, das die 90 Grad Kurve zur Schanze in den Wald schon anstand, sodass ich meinem Vordermann ins Bike fuhr. Sorry dafür. Dummerweise musste ich die Flasche erstmal wegpacken und ein großer Gang war noch aufgelegt. Somit war mein Gruppe leider etwas weg und ich musste alleine den Anstieg hoch. Das Loch von ca. 20 m konnte oder wollte ich nicht zufahren ( was stimmt nun ? ), da ich annahm, nach der Schanze rolle ich zu den anderen wieder hin. War wohl nichts und so fuhr ich die erste Runde recht einsam zu Ende. Bei Rundendurchfahrt schnell ein Becher Iso angenommen und wieder raus auf die staubige Piste. Der Abstand nach vorne wuchs kontinuierlich an und ich hatte mich schon auf eine alleinige und langweilige 2. Runde eingestellt, als von hinten im Waldstück Paul Lichan von FAST-Zweirad-Team auffuhr und ich mich sofort an ihn ranheftete.
Das Tempo war nicht sehr hoch, sodass ich keine Anschlussprobleme hatte. Auf den Geraden fuhr ich dann meist vor und machte Tempo. Beim Gegenstück auf der Wiese zu Start/Ziel fragte ich dann, ob wir die 2. Runde zusammen in Co-Produktion verbringen wollen, um enventuell nach vorne noch was zu machen. Nach kurzem Plausch war das auch geklärt und wir fuhren unser Tempo weiter. Berghoch schleppte mich Paul, auf den Geraden und Flachstücken drückte ich mit dem 29er aufs Gas. Leider war dies mit einer Zwergenübersetzung von 38 Zähnen vorne nicht ganz so einfach, aber wir harmonierten gut zusammen.


Gegen Ende der 2. Runde beim Wiesenanstieg zu Start/Ziel sollte die Entscheidung fallen, wer von uns beiden den besseren Platz auf der Ergebnisliste bekommen sollte. Ich wollte es nicht auf einen Zielsprint ankommen lassen, da ich meinen Begleiter nicht wirklich einschätzen konnte. Meine Beine waren noch richtig gut ( trotz einsetzender Schmerzen im rechten Knie ab der  2. Runde -> war schon mein Ausfallgrund beim Heavy24 ) und somit schaltete ich auf 38/14 leicht oberhalb der Straßenquerung und lies die Steine knallen. Es tat sich eine Lücke auf, mein Begleiter konnte oder wollte nicht gegenhalten und somit war mein Platz im Ziel bestellt.
Laut dem Blog vom FAST-Zweiradhaus-Team litt Paul unter einem schleichenden Plattfuß. Aber egal, Wettkampf ist Wettkampf.
Leider waren die inoffiziellen Ergebnislisten lange Zeit nicht verfügbar und es war schwierig, die Ergebnisse einzusehen. Somit erstmal zur Stärkung mit einem leckeren Steak versorgt und die Schallmeienkapelle genossen.
Nachdem alle meine Teamkollegen eingetroffen waren, machten wir uns langsam auf den Heimweg.

Fazit der Rundenhatz bei bestem Wetter: gestecktes Ziel mit Platz 11 in 1:52:49,6 h knapp verpasst, da tröstet der 4. Platz in der Altersklassenwertung nur ein wenig. Trotzdem hatte es Spass gemacht.


Nun folgt wieder ein wenig Sommerpause, im August zur Hübeltour sieht man mich wieder in Action. Bis dahin gute Beine in den Trainings und geniest das Wetter.



Montag, 8. Juli 2013

7. Heavy24 24h MTB-Rennen 2013 in Chemnitz-Rabenstein

Ort: 09117 Chemnitz ( Sachsen ), am Stausee Oberrabenstein
Datum: 22./23.06.2013
Strecke: 24 h Rennen; 9,1 km Rundenlänge 

Wieder war 1 Jahr herum, wieder hieß es auf die Schnelle alle möglichen MTB-Sachen einzupacken inkl. Zelt und Zubehör und wieder stand mein Einzelstart beim besten 24h Mountainbikerennen vor der Tür.

Am Freitag nach der Arbeit den Großteil des Material in den Kombi verladen und zum Stausee gedüst. Die Stimmung war locker, bekannte Gesichter auch gleich zur Stelle und los gings mit dem Zeltaufbau.
Nach dem Aufbau noch ein wenig die Stimmung genossen, die Startunterlagen geholt und dann ab nach Hause, um bei Zeiten ins Bett zu gehen. Man hat ja schließlich am nächsten Tag nichts anderes zu tun als 24 h mit dem Mountainbike über den Rundkurs zu heizen.

Meine Nacht schlief ich ruhig, dieses Jahr war die Anspannung weniger anzumerken als die vorangegangenen Jahre. Es war immerhin schon mein 3. Einzelstart. Das Ziel lautete diesmal: einach nur durchhalten. War leichter gesagt als getan.

Für die Betreuung war dieses Jahr wieder mein Bruder zuständig, die Verpflegung übernahm die Radfabrik Chemnitz ( vielen Dank nochmal dafür an René / Thomas und das weitere Personal ).

Zum Start gegen 12 Uhr musste ich mich erstmal zusammen mit Mario von hinten durch das Starterfeld kämpfen. Nicht auf dem Rad, sondern zu Fuß, da die Einzelstarter und Zweierteam ganz vorne am Start standen und wir von hinten durch Feld uns einen Weg bahnen mussten. Um 12 Uhr erfolgte der scharfe Start. Ich ließ die erste Runde recht locker angehen, ein Schwätzchen hier, ein Schwätzchen da mit ein paar bekannten Freunden und Fahrerkollegen war die Folge. Ab Runde 2 dann versuchte ich mein Tempo zu finden und fuhr konstante 21:xx Zeiten ein paar Runden lang. Nach jeder 2. Runde wurde die Flasche getauscht und sogar jede Runde Verpflegung in Form von Birne, Melone, Weintrauben usw. aufgenommen. Dies half recht gut.
Nach einem Viertel der Renndistanz lag ich sehr aussichtsreich im Ranking, auch waren keine Verschleißerscheinungen oder Krämpfe bzw. Defekte am Rad erkennbar.
Somit verging der Nachmittag recht zügig und der Abend sollte folgen. Meine Rundenzeiten waren noch recht flott und bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine größeren Pausen gemacht. Ab ungefähr 21 Uhr begannen dann aber langsam im rechten Knie Schmerzen aufzusteigen, die von Runden zu Runde stärker wurden und mich immer wieder bei meinem Servicepunkt anhalten ließen. Ich vermute, dass die Schmerzen von Überbelastung aus meinen schnelleren Rundenzeiten stammen. Später versuchte ich dann noch mit einer Schmerztablette was zu retten, aber diese zeigte überhaupt keine Wirkung, ganz im Gegenteil, die Schmerzen wurden schlimmer und schlimmer. Mein Rundenzeit wurde auch immer langsamer, bedingt durch einseitiges Kurbeln nur noch mit der linken Seite, mit dem rechten Knie war überhaupt nichts mehr anzustellen. Auf den Geraden konnte man noch einigermaßen einseitig kurbeln, aber in den Uphills und holprigen Streckenteilen war der Totalausfall  der rechten Seite ein unüberwindbares Hindernis. Somit entschloss ich mich dann gehen 23:15 Uhr endgültig vom Rad zu steigen und mein Nachtquartier aufzusuchen in der Hoffnung, dass nach ein paar Stunden Schlaf und Ruhe die Schmerzen weg waren und ich weitere Runden drehen konnte. Ein Kräfteverschleiß bzw. Krämpfe waren bis dahin nicht zu erkennen, weitere Runden wären gefolgt. Hätte, wenn und aber, es kam anders....
Damit war bis zu dieser Stelle meine Zielstellung des Durchhaltens gescheitert. Die mittlerweile sehr gute Platzierung auf Platz 8 mit 28 Runden und noch nicht mal Rennhalbzeit wurde Minute um Minute verpulvert und ich wurde durchgereicht von den anderen Helden der Rennstrecke, die ohne erkennbare Verschleiße ihre Runden drehten.

Am frühen Morgen stand ich dann wieder auf, begutachtete mein geschundenes Knie, befand es in Ordnung und startete wieder durch. Leider ereilte mich das Schicksal mit den gleichen Qualen, diesmal kamen aber noch Schmerzen im rechten Knöchel hinzu. Von Runden zu Runden wurde es unerträglicher und an Kurbeln war nicht mehr zu denken. Da es als Hobbyfahrer keinen Sinn mehr machte, seinen Körper wegen einer Platzierung im Mittelfeld zu schinden und leiden zu lassen, stieg ich rund 1,5 Stunden vor Rennende endgültig vom Mountainbike und schaute mir das Rennen an der Strecke auf einem Stuhl sitzend an.

Am Ende hätte ich die letzte Runde nochmal aufs Rad steigen sollen, denn der euphorische Schlussempfang war einfach Spitze. Aber das hatte ich nicht verdient und somit blieb es bei Platz 35 mit 35 Runden. Dies gibt wieder Mut und Ehrgeiz fürs nächste Jahr, wenn es wieder heißt: "Heavy24 - Go !"

Wenn ich so in die Ergebnisliste schaue, dann habe ich ein Schmunzeln im Gesicht. Alle meine Freunde / Teamkollegen und Einzelstarter waren vor mir gelandet und haben ihre eigenen Erfolge gefeiert. Glückwunsch auch an euch ;)

Die Siegerehrung verfolgte ich vor der Bühne, traf den einen oder anderen Kollegen und Widersacher und machte mich danach in aller Ruhe auf den Heimweg.
Die Knie- und Knöchelschmerzen hielten die nächsten 3 Tage noch an, aber mit viel Salbe und Omas Heilmitteln gingen auch diese vorrüber.
Übrigens konnte ich noch relativ gut auf dem MTB sitzen, die nächsten Tage danach lies ich das Rad stehen und erholte mich. Trotzdem merkte man nach 1 Woche und später noch die Gesäßknochen bei Trainingsrunden. Mittlerweile ist auch das wieder ok.

Jetzt habe ich erstmal genug vom 24h Rennen, das nächste Rennen ist der Kamm-Bike-Cross in Johanngeorgenstadt. Ich werde mir die Mitteldistanz vornehmen und hoffentlich dort erfolgreicher abschneiden als zuletzt.