Ort: 09117 Chemnitz ( Sachsen ), am Stausee Oberrabenstein
Datum: 22./23.06.2013
Strecke: 24 h Rennen; 9,1 km Rundenlänge
Wieder war 1 Jahr herum, wieder hieß es auf die Schnelle alle möglichen MTB-Sachen einzupacken inkl. Zelt und Zubehör und wieder stand mein Einzelstart beim besten 24h Mountainbikerennen vor der Tür.
Am Freitag nach der Arbeit den Großteil des Material in den Kombi verladen und zum Stausee gedüst. Die Stimmung war locker, bekannte Gesichter auch gleich zur Stelle und los gings mit dem Zeltaufbau.
Nach dem Aufbau noch ein wenig die Stimmung genossen, die Startunterlagen geholt und dann ab nach Hause, um bei Zeiten ins Bett zu gehen. Man hat ja schließlich am nächsten Tag nichts anderes zu tun als 24 h mit dem Mountainbike über den Rundkurs zu heizen.
Meine Nacht schlief ich ruhig, dieses Jahr war die Anspannung weniger anzumerken als die vorangegangenen Jahre. Es war immerhin schon mein 3. Einzelstart. Das Ziel lautete diesmal: einach nur durchhalten. War leichter gesagt als getan.
Für die Betreuung war dieses Jahr wieder mein Bruder zuständig, die Verpflegung übernahm die Radfabrik Chemnitz ( vielen Dank nochmal dafür an René / Thomas und das weitere Personal ).
Zum Start gegen 12 Uhr musste ich mich erstmal zusammen mit Mario von hinten durch das Starterfeld kämpfen. Nicht auf dem Rad, sondern zu Fuß, da die Einzelstarter und Zweierteam ganz vorne am Start standen und wir von hinten durch Feld uns einen Weg bahnen mussten. Um 12 Uhr erfolgte der scharfe Start. Ich ließ die erste Runde recht locker angehen, ein Schwätzchen hier, ein Schwätzchen da mit ein paar bekannten Freunden und Fahrerkollegen war die Folge. Ab Runde 2 dann versuchte ich mein Tempo zu finden und fuhr konstante 21:xx Zeiten ein paar Runden lang. Nach jeder 2. Runde wurde die Flasche getauscht und sogar jede Runde Verpflegung in Form von Birne, Melone, Weintrauben usw. aufgenommen. Dies half recht gut.
Nach einem Viertel der Renndistanz lag ich sehr aussichtsreich im Ranking, auch waren keine Verschleißerscheinungen oder Krämpfe bzw. Defekte am Rad erkennbar.
Somit verging der Nachmittag recht zügig und der Abend sollte folgen. Meine Rundenzeiten waren noch recht flott und bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine größeren Pausen gemacht. Ab ungefähr 21 Uhr begannen dann aber langsam im rechten Knie Schmerzen aufzusteigen, die von Runden zu Runde stärker wurden und mich immer wieder bei meinem Servicepunkt anhalten ließen. Ich vermute, dass die Schmerzen von Überbelastung aus meinen schnelleren Rundenzeiten stammen. Später versuchte ich dann noch mit einer Schmerztablette was zu retten, aber diese zeigte überhaupt keine Wirkung, ganz im Gegenteil, die Schmerzen wurden schlimmer und schlimmer. Mein Rundenzeit wurde auch immer langsamer, bedingt durch einseitiges Kurbeln nur noch mit der linken Seite, mit dem rechten Knie war überhaupt nichts mehr anzustellen. Auf den Geraden konnte man noch einigermaßen einseitig kurbeln, aber in den Uphills und holprigen Streckenteilen war der Totalausfall der rechten Seite ein unüberwindbares Hindernis. Somit entschloss ich mich dann gehen 23:15 Uhr endgültig vom Rad zu steigen und mein Nachtquartier aufzusuchen in der Hoffnung, dass nach ein paar Stunden Schlaf und Ruhe die Schmerzen weg waren und ich weitere Runden drehen konnte. Ein Kräfteverschleiß bzw. Krämpfe waren bis dahin nicht zu erkennen, weitere Runden wären gefolgt. Hätte, wenn und aber, es kam anders....
Damit war bis zu dieser Stelle meine Zielstellung des Durchhaltens gescheitert. Die mittlerweile sehr gute Platzierung auf Platz 8 mit 28 Runden und noch nicht mal Rennhalbzeit wurde Minute um Minute verpulvert und ich wurde durchgereicht von den anderen Helden der Rennstrecke, die ohne erkennbare Verschleiße ihre Runden drehten.
Am frühen Morgen stand ich dann wieder auf, begutachtete mein geschundenes Knie, befand es in Ordnung und startete wieder durch. Leider ereilte mich das Schicksal mit den gleichen Qualen, diesmal kamen aber noch Schmerzen im rechten Knöchel hinzu. Von Runden zu Runden wurde es unerträglicher und an Kurbeln war nicht mehr zu denken. Da es als Hobbyfahrer keinen Sinn mehr machte, seinen Körper wegen einer Platzierung im Mittelfeld zu schinden und leiden zu lassen, stieg ich rund 1,5 Stunden vor Rennende endgültig vom Mountainbike und schaute mir das Rennen an der Strecke auf einem Stuhl sitzend an.
Am Ende hätte ich die letzte Runde nochmal aufs Rad steigen sollen, denn der euphorische Schlussempfang war einfach Spitze. Aber das hatte ich nicht verdient und somit blieb es bei Platz 35 mit 35 Runden. Dies gibt wieder Mut und Ehrgeiz fürs nächste Jahr, wenn es wieder heißt: "Heavy24 - Go !"
Wenn ich so in die Ergebnisliste schaue, dann habe ich ein Schmunzeln im Gesicht. Alle meine Freunde / Teamkollegen und Einzelstarter waren vor mir gelandet und haben ihre eigenen Erfolge gefeiert. Glückwunsch auch an euch ;)
Die Siegerehrung verfolgte ich vor der Bühne, traf den einen oder anderen Kollegen und Widersacher und machte mich danach in aller Ruhe auf den Heimweg.
Die Knie- und Knöchelschmerzen hielten die nächsten 3 Tage noch an, aber mit viel Salbe und Omas Heilmitteln gingen auch diese vorrüber.
Übrigens konnte ich noch relativ gut auf dem MTB sitzen, die nächsten Tage danach lies ich das Rad stehen und erholte mich. Trotzdem merkte man nach 1 Woche und später noch die Gesäßknochen bei Trainingsrunden. Mittlerweile ist auch das wieder ok.
Jetzt habe ich erstmal genug vom 24h Rennen, das nächste Rennen ist der Kamm-Bike-Cross in Johanngeorgenstadt. Ich werde mir die Mitteldistanz vornehmen und hoffentlich dort erfolgreicher abschneiden als zuletzt.


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